Bewerbung des Ausbildungsplatzes
6 Minuten
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kennen Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihren Ausbildungsplatz bekannt zu machen.
können Sie verschiedene Werbestrategien entwickeln.
Das Unternehmen hat sich entschieden, seinen „Personalnachwuchs“ selbst auszubilden. Bleiben noch folgende Fragen zu klären:
1. Welche Ansprüche werden an den zukünftigen Auszubildenden gestellt (Bewerberprofil)?
- wichtige Anforderungen/Potenziale, welche der Bewerber mitbringen muss
- wo können Kompromisse/Abstriche gemacht werden
- welcher Schulabschluss ist für die erfolgreiche Ausbildung notwendig
2. Wie erreicht man die potenziellen Bewerber?
- wie und woher bekommen die Jugendlichen Informationen
- wie können diese Informationen gestaltet werden
- wer entscheidet mit bei der Berufswahl
3. Welche Informationen sind für die potenziellen Bewerber wichtig?
- Bezeichnung des Ausbildungsberufes/des Berufsbildes
- Vorstellen des Unternehmens, wer sucht Auszubildende
- gestellte Anforderungen
- wo wird ausgebildet
- Beginn der Ausbildung, Bewerbungsfristen und die Art der Bewerbungsunterlagen
- Angebote zur Orientierung/ Entscheidungsfindung
Informationskanäle der potenziellen Bewerber:
Schule
- vorgeschriebenes Pflichtpraktikum entsprechend Schulgesetz = Angebote für Praktika
- an den Oberschulen gibt es Praxisberater, welche die Berufsorientierung/-findung unterstützen sollen = Kontaktaufnahme für Angebote
- Projekttage an den Schulen = Angebote an die Schulleitung für Gestaltung einzelner Veranstaltungen (Vorstellen des Unternehmens, von Ausbildungsplätzen)
- erstellen von Printmedien für den Berufswahlpass
Arbeitsagenturen
- Berufsinformationszentren (BIZ) sind für alle offen = Angebote für Info-Veranstaltungen
- Berufsberater an den Schulen = Lehrstellenangebote, Aushänge sowie Printmedien für die Schüler
- Zusammenarbeit in der Berufsvorbereitung , z. B. Einstiegsqualifizierung
Ausbildungsmessen in der Region
- mit Messestand das Unternehmen und die Ausbildungsstellen vorstellen
- Angebot von kleinen praktischen Übungen
- Informationsmaterialien
Zeitungen/Internet
- Stellenanzeigen in regionalen Zeitschriften und Werbeeinlagen
- Stellenangebote auf den Homepages der:
- Handwerkskammern
- Innungen
- Kreishandwerkerschaften
- Onlinebörsen für Ausbildungsstellen und Bewerber
- Soziale Netzwerke - Facebook, YouTube, Instagram, WhatsApp usw.
Vor-Ort-Angebote
- Homepage
- Aushänge auf dem Firmengelände, Firmenfahrzeuge für folgende Angebote:
- Praktika
- Ferienarbeit
- Tag der offenen Tür
- Teilnahme „Schau rein! - Woche der offenen Unternehmen“, Girls- und Boys-Day
Mundpropaganda
ausdrückliches Weitersagen der Lehrstellenangebote über:
- Mitarbeiter
- Lieferanten und Kunden
- Freunde und Bekannte
Ansprüche (Bewerberprofil):
- Zielgruppe festlegen, notwendiger Schulabschluss (HS/RS/Gymnasium)
- wichtige Schulnoten, z. B. Deutsch, Mathe, Physik o. ä.
- notwendige physische Belastbarkeit wie z. B. Höhentauglichkeit, schweres Heben u. ä.
- notwendige Eigenschaften die vorhanden sein sollen, z. B. Sorgfalt, Genauigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen usw.
Insbesondere im Handwerk ist es wichtig, sich bei der Beurteilung/Einschätzung der potenziellen Bewerber nicht nur auf die schulischen Leistungen zu stützen. Im Praktikum können die Jugendlichen vom Betrieb intensiver kennengelernt und die Eignung für das Berufsfeld getestet werden.
Der Praktikant und spätere Bewerber kann für sich entscheiden, ob der Beruf seinen Interessen entspricht und ob er sich eine Zukunft in Ihrem Unternehmen vorstellen kann.
Im Laufe der Schulzeit muss eigentlich jeder mindestens ein Betriebspraktikum absolvieren. Diese Pflichtpraktika sind im Schulgesetz festgeschrieben.
Warum sind diese „Betriebspraktika“ innerhalb der Schule wichtig für die Berufsentscheidung der Schüler?
- Es werden eigene Erfahrungen, Informationen über den ausgewählten Beruf gesammelt. Nicht nur Informationen von Eltern, Lehrern oder Freunden werden ausgewertet.
- Die vorhandenen „Stärken“ und „Schwächen“ werden in der Praxis ausprobiert. Vielleicht finden die Jugendlichen auch noch verborgene Potenziale, die sie vorher nicht kannten.
- Entscheidungen für eine spätere Berufswahl werden getroffen.
- hat das Praktikum Spaß gemacht ist es der richtige Beruf oder zumindest die richtige Berufsrichtung
- hat das Praktikum keinen Spaß gemacht, sollte man sich noch einmal Gedanken über den Berufswunsch machen, notfalls umorientieren
- Mögliche Fehlentscheidungen können korrigiert werden ohne großen Aufwand.
- Unternehmen lernen potenzielle Bewerber kennen und können diese mit gezielten Angeboten für eine spätere Ausbildung gewinnen.
Zusammenfassung:
Es gibt viele Möglichkeiten für sein Unternehmen und seine Ausbildungsstellen zu werben. Die hier aufgeführten Maßnahmen haben nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Regional wird es verschiedene Projekte geben, an denen sich Unternehmen beteiligen können. Fragen Sie bei der Arbeitsagentur, den Handwerksorganisationen und den Schulen nach.
Haben Sie einen potenziellen Auszubildenden für Ihre Ausbildungsstelle gefunden, machen Sie zeitig einen Vertrag sowie konkrete Angebote zur Ausbildung. Gute Auszubildende sind in der jetzigen Zeit sehr gefragt.
Quellen:
Quellen
„Die Handwerkerfibel“ Band 4 Berufs- und Arbeitspädagogik vom Holzmann Medien/Buchverlag 58. überarbeitete Auflage
ZWH-Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk „Ausbildung der Ausbilder - Vorbereitung auf die Meisterprüfung Teil IV und die Ausbildereignungsprüfung“
