5.3. Soziale Netzwerke und Jugendliche

Soziale Netzwerke und Jugendliche

:four_o_clock: 5 Minuten

Nach der Lerneinheit: :books:

:check_mark: können Sie sieben Entwicklungsaufgaben benennen, die durch die Nutzung von sozialen Netzwerken bei Jugendlichen bedient werden.
:check_mark: können Sie Sie Probleme in der Nutzung von sozialen Netzwerken (z.B. geringer Datenschutz und Cybermobbing) benennen.


Soziale Netzwerke gehören heutzutage zum ganz normalen Alltag. Dies gilt gleichermaßen für Azubis wie auch für Ausbildende.


Begriffserklärung

Social Networks oder Soziale Netzwerke sind virtuelle Gemeinschaften. Hier können sich Menschen aus aller Welt treffen und sich über Hobbys, gemeinsame Interessen und Vieles mehr austauschen.“

  • In einem Sozialen Netzwerk erstellen User ein eigenes Profil mit persönlichen Angaben zu Hobbys, Interessen (Bücher, Musik etc.)
  • Soziale Netzwerke sind von der Grundidee freie Räume, in denen sich die Jugendlichen ausprobieren können.
  • In kürzester Zeit und ohne großen Aufwand kann sich ein junger Mensch ausprobieren und bekommt sogleich Rückmeldung von der Internetgemeinschaft.

Wie funktionieren Soziale Netzwerke?

  • In einem Sozialen Netzwerk erstellen User ein eigenes Profil mit persönlichen Angaben zu Hobbys, Interessen (Bücher, Musik etc.), derzeitiger Lebenssituation, Familien- bzw. Partnerschaftssituation usw. Die eigene Persönlichkeit wird anhand von Posts, Tweets, Likes oder eingestellten Fotos und Videos dargestellt.
  • „Die Kommunikation mit anderen läuft über das Versenden von Privatnachrichten, Bildern und Kurz-Videos oder über Einträge an Pinnwände anderer User.“
  • Soziale Netzwerke funktionieren also über die Interaktion zwischen Nutzern, Freunden, Familienmitgliedern und Followern, über das Internet auf einer bestimmten Plattform.
  • Da diese sozialen Netzwerke über das Smartphone permanent erreichbar sind, ergibt sich für viele Jugendliche der gefühlte Zwang einer nahezu ständigen Präsenz, um stets auf dem Laufenden zu sein und „mitreden“ zu können, beziehungsweise eigene Inhalte einzustellen.

„Was fasziniert Kinder und Jugendliche an Sozialen Netzwerken und veranlasst sie auch teils sehr persönliche Infos von sich preiszugeben?

  • Soziale Netzwerke kommen zuerst einmal den Interessen von Jugendlichen entgegen und unterstützen beim Bewältigen von Entwicklungsaufgaben.“

    1. „Jugendliche brennen darauf, sich selbst darstellen zu können. Interessen und soziales Umfeld repräsentieren schließlich die Persönlichkeit und das wiederum verschafft Anerkennung durch andere.“
    2. „Soziale Netzwerke nur für Jugendliche sind von ihrer Grundidee erwachsenen freie Räume, in denen sich die Jugendlichen ausprobieren können – ohne bspw. elterliche Bewertung oder Sanktionen befürchten zu müssen.“
    3. „Es ist sehr einfach, andere mit gleichen Interessen zu treffen und sich darüber auszutauschen. Jugendliche sind nicht mehr von den lokalen Gegebenheiten in ihrem Wohnort oder von ihrem direkten Umfeld abhängig.“
    4. „Fast alle Social Networks bieten vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten, z.B. Chats, Nachrichten, Gruppen. Jugendliche stärken damit ihre Identität und erhalten im Gegenzug die Selbstbestätigung durch Gleichaltrige.“
    5. „Das Social Network ist multi-funktionell und spricht durch die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten nahezu jede Stimmungslage an. Bei „Null Bock“–Laune kann man einfach durch Profile oder Gruppen klicken, Applikationen nutzen u.v.m. Bei Tatendrang kann man aktiv werden, d.h. kommunizieren und sich verabreden.“
    6. „Letztlich gibt es in Social Networks wie im realen Leben auch einen „Gruppenzwang“, dem sich Jugendliche gerne beugen, um sich in ihrer sozialen Bezugsgruppe zu messen."
      Sind fast alle Freund:innen in einem Social Network angemeldet, muss der Jugendliche dieses natürlich ebenfalls ausprobieren, um mitreden zu können. Ansonsten liefe er Gefahr, nicht mehr „up to date“ zu sein über die Aktivitäten des Freundeskreises.
    7. „ „Mit vielen bekannt sein“ ist zu einer Art neuem Wert avanciert. Die Anzahl der „Freund:innen“, mögen sie auch nur einmalige Bekanntschaften gewesen sein, zeigt, wie beliebt ein Nutzer ist.“
  • Es ist also in erster Linie für junge Menschen eine Art des Identitätsmanagements. In kürzester Zeit und ohne großen Aufwand kann ein junger Mensch Identitätsmodelle ausprobieren und bekommt sogleich Rückmeldung von der Internetgemeinschaft.

  • „Den meisten Jugendlichen ist es dabei wichtig, möglichst authentisch zu sein und gleichzeitig möglichst cool, sexy, seriös oder lustig „rüberzukommen“.“

  • „Andererseits dienen Social Networks dem Beziehungsmanagement. Das Freund:innennetzwerk anhand einer Freund:innenliste abzubilden, die Positionierung im Gefüge einer Clique oder der Schulklasse und den Kontakt zu Gleichaltrigen zu halten, all das ist in Sozialen Netzwerken möglich.“

:light_bulb: Jedoch geht diese Offenheit mit den eigenen persönlichen Daten, die preisgegeben werden, auch mit einigen Problemen einher.


Probleme und Gefahren der sozialen Netzwerke:

  • Oftmals werden sehr private Dinge (u.a. Fotos, Inhalte, Meinungen) ins Netz gestellt, die nicht nur von den eigentlichen Adressaten, sondern auch von den Betreiberunternehmen der sozialen Netzwerke verwendet werden.
  • Besondere Vorsicht ist zum Beispiel geboten, wenn ihr Azubi firmeninterne Vorgänge oder Kommentare zu Vorgesetzten oder Kolleginnen und Kollegen veröffentlicht.
  • Zwei beliebte Soziale Netzwerke und Messenger sind Instagram und Whatsapp. Hier ist zu bedenken, dass diese zu einer Firma gehören – Meta (ehem. Facebook). Die Daten der Jugendlichen können für alle möglichen Zwecke verwendet werden.
  • „Es können gezielt sämtliche Daten ausgelesen, ausgewertet und beispielsweise für Werbezwecke verwendet werden. So lassen sich problemlos ganze Persönlichkeitsprofile ausschließlich aus den Webinformationen zusammenstellen.“

:light_bulb: Cybermobbing in Sozialen Netzwerken stellt auch ein großes Problem dar. Die scheinbare Anonymität und ständige Verfügbarkeit des Internets senkt die Hemmschwelle für Beleidigungen, Hass und Mobbing.

  • „Wirklich schlimm wird es, wenn Hassgruppen gegründet werden, die gezielt eine Person bloßstellen und beleidigen – für die Gemobbten eine fast unerträgliche Situation.“
  • „Auch im Internet sollte man die „Orte“ kennen, an denen sich Kinder und Jugendliche bewegen. Der Chat-Partner ist nicht immer der, für den er sich ausgibt. Ob nun im Chat oder in Sozialen Netzen: Cybergrooming ist leider nie auszuschließen.“
  • „Täter:innen versuchen einen vertrauensvollen Kontakt zu ihren meist minderjährigen Opfern anzubahnen, um sie im weiteren Verlauf sexuell zu missbrauchen. Auch bei Dating-Apps, die vor allem für ältere Jugendliche interessant sind, ist Vorsicht geboten, auch weil hier der Aufenthaltsort über die Umkreissuche möglich ist.“
  • Auch die Bilder, die man teilt, können Schäden verursachen, besonders für Jugendliche, die gerade ins Berufsleben starten. Fotos von Partys, bei denen man sich „daneben“ benommen hat, kann für manche das Ende der beruflichen Karriere bedeuten.

Zusammenfassung:

:check_mark: Social Networks sind virtuelle Gemeinschaften, die dem gemeinsamen Austausch und der Kommunikation dienen.
:check_mark: Jugendliche sind besonders von ihnen angetan, da sie Möglichkeiten zum Selbstverwirklichen bieten.
:check_mark: Das Risiko liegt hierbei im ausschweifenden Umgang mit privaten Informationen in sozialen Netzwerken. Zudem sind Cybermobbing und Cybergrooming weitere Probleme.


Quellen

[details=„Quellen“]

:orange_book: Was sind Soziale Netzwerke?

:orange_book: Was sind Soziale Netzwerke?

[/details]2025-08-04T11:00:00Z