3.4. Arbeitsaufträge mit Lernvideos anreichern

Arbeitsaufträge mit Lernvideos anreichern

:four_o_clock: 4 Minuten

Nach der Lerneinheit: :books:

:check_mark: wissen Sie, warum Sie Arbeitsaufträge an Azubis mit Videos anreichern sollten.
:check_mark: wissen Sie, wie Sie auf YouTube Videos nur für ein bestimmtes Publikum teilen können.
:check_mark: wissen Sie, wo Sie passende Videos finden können.


Das Theoretische in der Ausbildung lernt der Azubi in der Berufsschule. Doch das Praktische, das eigentliche Arbeiten, dafür ist der Betrieb zuständig. Hierfür muss der Ausbilder dem Azubi Einiges zeigen und vormachen.
Dies ist mitunter, gerade bei vielen Auszubildenden, zeitaufwendig. Hier können Videos verschiedenster Arten helfen.


Sinnvoll und zeitsparend Videos in Arbeitsaufträge einarbeiten

  • Arbeitsaufträge mit Videos zu formulieren, spart dem Ausbilder Zeit, da man Videos auch größeren Gruppen zeigen kann und nicht jeden Azubi einzeln unterweisen muss.
  • YouTube ist im Allgemeinen ein guter Fundort für verschiedenste Videos.
  • Es ist sinnvoll Azubis selbst diese Videos herstellen zu lassen, dadurch kann der Lerneffekt erhöht werden. Zudem wissen Azubis, wo die meisten Fehler bei bestimmten Arbeitsprozessen gemacht werden.

Zur Veranschaulichung beginnen wir mit einem Beispiel: Der Ausbildende will mehreren Azubis zeigen, wie ein Werkstück richtig an der Maschine gedrechselt wird. Damit aber alle einen guten Blick darauf haben, muss er sich in besonderer Form an die Maschine stellen und kann so nicht effizient arbeiten.
So bräuchte er vermutlich für ein Stück 12 Minuten, dass aber, wenn man effizient arbeitet, nur 5 Minuten dauert.
Der Ausbildende könnte sich vorher dabei filmen, wie er die Maschine bedient und dieses Video dann der Gruppe zeigen. So hat der Ausbilder, sobald der Azubi sich selbst an das Stück macht, mehr Zeit, um an bestimmten Stellen nochmal genauer zu erklären oder Fragen zu beantworten.


Mögliche Videos den Azubis zugänglich machen

  • Videos können über eine betriebseigene Cloud, auf die nur Ausbildende und Azubis Zugriff haben, geteilt werden. Man kann auch Videos auf YouTube hochladen, die dann privat gestellt werden können, um so zu verhindern, das ungewollte Dritte sich diese anschauen.

Vorgehensweise:

  • Öffnen Sie die Übersicht zu Ihren YouTube-Videos.
  • Begeben Sie sich in die Einstellungen zum Video, das Sie auf privat stellen möchten.
  • Dort sehen Sie unter dem Video den Hinweis „Öffentlich“. Indem Sie daraufklicken, erscheint ein Auswahlfeld und Sie können auf „Privat“ umschalten.
  • Das Video ist nun nicht mehr öffentlich sichtbar, Sie können allerdings bestimmten Personen den Zugriff erlauben. Dies geschieht im selben Zug, und zwar in dem Eingabefeld, dass bei der Umstellung erscheint.
  • Denken Sie daran, die Änderungen am Ende zu speichern.
  • Die meisten YouTuber unterscheiden sich mit Ausbildern in dem Punkt, dass nicht ihr Ziel ist „anderen etwas beizubringen, sondern das, was sie können, zu kommunizieren. Sie sind selbst begeistert von der Sache, über die sie reden und wollen andere ebenfalls dafür begeistern.“
  • Sie erklären Sachen vielleicht einfacher, da sich die Videos in der Regel nicht an Azubis, sondern an Laien oder Hobbyhandwerker richten. Für einige Sachverhalte können diese Videos ein guter Ausgangspunkt sein. Der Ausbildende kann dann bei Fragen zur Seite zu stehen oder betriebseigene Aspekte ergänzen.
  • Aber auch Videos aus anderen Quellen sind sehr effizient. Ganz besonders wenn sie vom eigenen Betrieb erstellt sind. Denn hier können Normen und Richtlinien, die für den Betrieb spezifisch sind, direkt eingebaut werden.
  • Solche Videos können direkt von Azubis erstellt werden. Sie wissen selbst am besten, wo gängige Probleme auftauchen, wenn sie sich bspw. zum ersten Mal an einem bestimmten Arbeitsauftrag auseinandersetzen.
  • So kann bei den Azubis, die das Video sehen, aber auch bei den Erstellern des Videos der Lerneffekt gesteigert werden. Denn Letztere müssen sich ausgiebig mit dem Thema befassen und dies dann auch versuchen zu erläutern.

Ein Beispiel für von Azubis erstellten Videos ist das Unterrichtsprojekt Kfz4me. Hier setzen Schülerinnen und Schüler kurze Videos auf, die Fragen aus dem Ausbildungsprozess behandeln. Im Ergebnis entsteht durch die professionelle Begleitung einer Lehrperson ein qualitätsgeprüfter Film.


Zusammenfassung:

:check_mark: Lernvideos können Zeit beim Ausbilden sparen, da nicht jeder Azubi einzeln unterwiesen werden muss.
:check_mark: Die Videos können auf YouTube oder in einer Cloud zur Verfügung gestellt werden.
:check_mark: YouTube kann für die Suche von vorhandenen Videos hilfreich sein.
:check_mark: Wenn Azubis selbst Videos selbst drehen, kann sich der Lerneffekt erhöhen.


Quellen

[details=„Quellen“]

:orange_book: Joanna Burchert und Michael Burchert für Themenheft Nr. 30: Medienpädagogik und Erwachsenenbildung: Berufsbezogenes Lernen mit Twitter und YouTube: Social Media als amorpher Raum für Vernetzung und für die Bildung von Lerngemeinschaften. (2018)

:orange_book: YouTube KFZ4me https://www.youtube.com/user/kfz4metube

:orange_book: Video wie man YouTube Videos privat stellt: YouTube-Video privat stellen: So geht’s - COMPUTER BILD (2019, August)

[/details]2025-08-04T11:00:00Z