6.1. Digitales Berichtsheft

Digitales Berichtsheft

:four_o_clock: Minuten

Nach der Lerneinheit: :books:

:check_mark: kennen Sie Vorteile eines digitalen Berichtsheftes.
:check_mark: wissen Sie, was Sie beim Einsatz eines digitalen Berichtshefts im Betrieb beachten müssen.


Das Berichtsheft für Azubis kann seit 2017 auch in digitaler Form ausgefüllt werden. Welche Vorteile dies birgt und wie man ein digitales Berichtsheft richtig nutzt, erfahren Sie in dieser Lerneinheit.


Wichtige Punkte sind zu beachten:

  • In allen neu geschlossenen Ausbildungsverträgen muss vermerkt sein, ob das Berichtsheft elektronisch oder schriftlich geführt wird.
  • Das letzte Wort hat der jeweilige Prüfungsausschuss. Es kann sein, dass Auszubildende ihr Berichtsheft, trotz entsprechender Vereinbarung im Ausbildungsvertrag, in Papierform (also ausgedruckt) abgeben müssen.
  • Es gibt von den Kammern geführte kostenlose Alternativen.

Vorteile, Bedingungen und mögliche Formen eines digitalen Berichtsheftes

  • Das Schreiben des Berichtsheftes ist für Azubis fast immer eine lästige Arbeit, die getan werden muss, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Das muss aber nicht sein, da man bei einem digitalen Berichtsheft verschiedene Möglichkeiten hat dieses zu gestalten.
  • “Lästige Zettelwirtschaft entfällt, ebenso das mühsame Entziffern von unlesbaren Handschriften. Korrekturen sind leichter möglich, ebenso Kommentare und Anmerkungen. Ist die entsprechende Softwarelösung vorausgesetzt, können alle jederzeit, auch unterwegs, auf das digitale Berichtsheft zugreifen.”
  • In einem digitalen Berichtsheft können auch verschiedene Medienformate verwendet werden. Das können z.B. Vorher-Nachher-Fotos oder Infografiken sein.
  • Das Berichtsheft kann also auch zu Dokumentationszwecken genutzt werden. Der Azubi kann demnach auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder dazu greifen und es zum Nachschlagen nutzen.
  • Wer viel unterwegs ist, beispielsweise auf Baustellen, kann auf dem Smartphone oder Tablet Notizen für den Ausbildungsnachweis erstellen. So kann die Bereitschaft des Azubis erhöht werden, regelmäßig das Berichtsheft zu führen.

:light_bulb: Bei einem digitalen Berichtsheft braucht man die richtigen Geräte. Heutzutage hat so gut wie jeder ein Smartphone und/oder einen Laptop. Jedoch müssen vom Betrieb im Notfall auch diese Geräte bereitgestellt werden, sollte ein Azubi nicht selbst Zugang zu solchen Geräten haben.

:light_bulb: Dürfen die Auszubildenden mit dem eigenen Gerät arbeiten, wird es automatisch zum Arbeitsmittel. Der Betrieb haftet dann für Schäden oder Rechtsverstöße, die mit diesem Gerät verursacht werden.

:light_bulb: Um das zu verhindern, sollte ein Haftungsausschluss vereinbart werden. In dem festgehalten wird, dass lediglich die Verantwortung für die entsprechende Berichtsheft-Anwendung übernommen wird.

  • „Das digitale Berichtsheft muss vom Ausbildenden unterschrieben werden. Softwarelösungen verfügen über eine entsprechende Funktion. Ist dies technisch nicht umsetzbar, akzeptieren viele Prüfungsausschüsse auch eine vom Ausbilder und Auszubildenden unterschriebene Mitteilung, dass der Ausbildungsnachweis ordnungsgemäß geführt wurde.“
  • Ausbildenden müssen den elektronischen Ausbildungsnachweis nicht mehr zwingend wöchentlich händisch abzeichnen. Stattdessen kann per E-Mail dokumentiert werden, dass der Wochenbericht zugegangen, kontrolliert und abgesegnet wurde.

:light_bulb: Viele Kammern bieten auch PDF-Vorlagen oder Softwarelösungen für das digitale Berichtsheft direkt an. Staatlich gefördert und über die Kammern kostenlos nutzbar, ist zum Beispiel das Online-Berichtsheft „BLok“.

  • Mit welchem Gerät das Berichtsheft geführt wird, spielt hier keine Rolle. „Azubis können BLok am Laptop, Smartphone oder Tablet nutzen. Wird das Berichtsheft auf einem mobilen Gerät geführt, erhalten die Auszubildenden eine digitale Erinnerung, sollte ein Eintrag vergessen werden.“
  • „Die Nutzung des Online-Berichtshefts BLok ist für Azubis und Berufsschullehrer komplett kostenfrei. Auch Ausbildungsbetriebe können das Tool kostenlos nutzen, sofern es von ihrer zuständigen Kammer oder anderen zentralen Anbietern wie Verbänden oder Interessengemeinschaften zur Verfügung gestellt wird.“
  • Andernfalls müssen Unternehmen einen einmaligen Betrag entrichten. Des Weiteren fällt für jeden angemeldeten Auszubildenden eine Gebühr je Ausbildungsjahr an.

Für folgende Berufe gibt es schon spezielle Apps bzw. digitale Berichtshefte:

Augenoptiker,
Bäcker- und
Konditoren-Handwerk,
Dachdecker,
Elektrohandwerk,
Fleischer,
Kälteanlagenbauer,
Friseure,
KFZ-Mechatroniker,
Landschaftsgärtner, Landwirte,
Maler/Lackierer und
Metallbauer,
Tischler,
Zahntechniker,

:orange_book: Anbieter von branchenunabhängigen und branchenspezifischen Lösungen


Zusammenfassung:

:check_mark: Mit dem digitalen Berichtsheft kann Zeit gespart sowie verhindert werden, dass Mengen an Blättern verwaltet werden müssen.
:check_mark: Durch die Möglichkeiten Infografiken oder Bilder zu Arbeitsschritten einzufügen, kann das Heft auch zum Nachschlagen genutzt werden. Dies kann wiederum die Bereitschaft des Azubis erhöhen, das Heft regelmäßig zu führen.


Quellen

[details=„Quellen“]

:orange_book: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) für Leando.de: Das digitale Berichtsheft nutzen

:orange_book: Max Frehner für die Deutsche Handwerks Zeitung: Digitales Berichtsheft: Die Apps fürs Handwerk - dhz.net , CC-BY-SA 3.0, bearbeitet durch Sebastian Schroeder & Franziska Günther, CC-BY-SA 3.0

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