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kennen Sie die Bedeutung von Umwelt- und Ressourcenschutz für den Ausbildungsprozess.
kennen Sie gezielte Maßnahmen zum praktischen Umsetzen von Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen.
Was bedeutet Umwelt- und Ressourcenschutz?
Umweltschutz konzentriert sich in erster Linie auf den Schutz der natürlichen Umwelt und ihrer Ressourcen. Es geht darum, die Luft- und Wasserqualität zu erhalten, die Artenvielfalt zu bewahren, den Klimawandel zu bekämpfen und natürliche Lebensräume zu schützen. Maßnahmen des Umweltschutzes sind zum Beispiel Abfalltrennung, die Nutzung erneuerbarer Energien, der Schutz von Wäldern oder die Reduzierung von Emissionen. Umweltschutz ist also ein eher ökologisch orientiertes Konzept, das sich mit der direkten Wechselwirkung zwischen menschlichem Handeln und der Natur beschäftigt. Es ist eines der wesentlichen Bestandteile der Nachhaltigkeit [Lernhappen 5.2.2. Nachhaltigkeit].
Warum ist das Thema Umwelt- und Ressourcenschutz im Ausbildungsprozess wichtig?
Seit 2021 ist „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ als eine der vier Standardberufsbildpositionen im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgeschrieben und somit ein prüfungsrelevanter Inhalt, der in jedem Ausbildungsberuf vermittelt und im Ausbildungsalltag integriert werden muss. Es geht dabei nicht nur um die Vermittlung von Fakten, sondern vor allem darum, ein Bewusstsein und eine Kompetenz für nachhaltiges Handeln im Beruf zu schaffen.
Dazu gehört die Fähigkeit, über den Tellerrand des eigenen Arbeitsbereichs hinauszuschauen und das eigene Handeln kritisch zu reflektieren.
- Kritische Reflexion: Auszubildende sollen lernen, die Folgen ihres Handelns auf die Umwelt zu beurteilen.
- Problemlösungskompetenz: Sie sollen befähigt werden, selbstständig Lösungen für Umweltprobleme im Betrieb zu finden und Vorschläge zu erarbeiten.
- Kommunikation: Das A und O ist die Fähigkeit, über das Thema zu kommunizieren und andere für ressourcenschonendes Handeln zu motivieren.
Erste Schritte:
IST-Zustand im Unternehmen beleuchten: Bei welchen Prozessen wird im Unternehmen schon nachhaltig gehandelt?
Welche nachhaltigkeitsrelevanten Bezüge sind im Rahmenplan der Ausbildungsordnung enthalten?
Wie soll der Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen in fünf Jahren aussehen?
Praktische Umsetzung des Umwelt- und Ressourcenschutzes im Unternehmen
Das Ziel ist es, eine nachhaltige Unternehmenskultur zu schaffen, in der Auszubildende und auch Mitarbeitende das Thema nicht nur als Vorschrift sehen, sondern als Teil ihrer täglichen Arbeit begreifen. Die direkte Anwendung am Arbeitsplatz ist der effektivste Weg.
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Strukturelle und unternehmensweite Maßnahmen:
- Klare Richtlinien: Eine offizielle Umweltpolitik oder ein Nachhaltigkeitsleitbild schafft einen verbindlichen Rahmen und zeigt das Engagement des Unternehmens.
- Nachhaltigkeitsbeauftragte: Die Ernennung eines internen Nachhaltigkeitsbeauftragten, der als Ansprechpartner:in fungiert und die Maßnahmen koordiniert, ist sinnvoll.
- Vorbildfunktion der ausbildenden Person: Das eigene Verhalten der ausbildenden Person hat eine starke Signalwirkung. Wer selbst Ressourcen spart und umweltbewusst agiert, lebt den Auszubildenden die Werte vor.
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Integration in den Arbeitsablauf:
Umwelt- und Ressourcenschutz sollte ein fester Bestandteil der Arbeitsanweisungen sein.- Arbeitsaufträge: Aufgaben könnten so formuliert sein, dass sie zur Ressourceneinsparung anregen (z. B. „Fertige das Werkstück unter Berücksichtigung von Materialverschnitt an.").
- Digitalisierung: Nutzung digitaler Lernplattformen und Medien anstelle von Papierdokumenten, um den Papierverbrauch zu reduzieren.
- Schulungen und Workshops: Regelmäßige Schulungen können das Bewusstsein für Umweltthemen schärfen. Themen können dabei sein: Grundlagen der Nachhaltigkeit, Spezifische Auswirkungen des Unternehmens, Rechtliche Vorgaben und Zertifizierungen
- Interne Kommunikation: Das Thema sollte präsent sein, um eine Bewusstseinsbildung aktiv anzuregen. Ein „grünes Brett“ mit Tipps zum Energiesparen, eine interne Newsletter-Kampagne oder das Vorstellen von nachhaltigen Projekten können die Aufmerksamkeit hochhalten.
- Einbeziehung von Dienstleistenden: Auszubildende können in Gespräche mit Entsorgungs- und Recyclingunternehmen eingebunden werden, um die Stoffkreisläufe besser zu verstehen. Umweltaspekte sollten in alle betrieblichen Prozesse integriert werden, z. B. in die Beschaffung (nachhaltige Produkte und Dienstleistungen), die Logistik (Optimierung von Transportwegen) oder die Produktentwicklung (Ökodesign).
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Praxisprojekte:
Auszubildende können Projekte umsetzen, die direkt mit dem Thema zu tun haben. Beispiele:- Abfallmanagement: Einführung eines verbesserten Mülltrennungssystems oder die Analyse der Abfallarten im Betrieb, um Reduktionspotenziale zu identifizieren.
- Ressourceneffizienz: Entwicklung von Ideen zur Einsparung von Strom, Wasser oder Material.
- Kreislaufwirtschaft: Erkundung, wie Produktionsabfälle wiederverwendet oder recycelt werden können.
Zusammenfassung:
Umweltschutz ist die Erhaltung und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.
Im ersten Schritt sollten die bereits vorhanden Maßnahmen von Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen analysiert werden, um dann entsprechende Ansätze zu verwirklichen.
Umwelt- und Ressourcenschutz kann im Unternehmen durch eine Kombination aus sensibilisierenden, praktischen und strukturellen Maßnahmen vermittelt werden.
Quellen:
Quellen
Berufsbildungsgesetz (BBiG) - BBiG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb) – Leando: Umweltschutz und Nachhaltigkeit Leando | Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Bundesinstitut für Berufsbildung (bibb) – Leando: Lernprozessbegleitung und Nachhaltigkeit – Leando | Lernprozessbegleitung und Nachhaltigkeit
