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Nach der Lerneinheit… ![]()
können Sie dieses spezielle Problem während der Ausbildung konkretisieren und einordnen.
können Sie erste Schritte zur Lösung des Konfliktes einleiten.
Wie zeigt sich Demotivation?
Von Ihrem begeisterten, eifrigen, engagierten und euphorischen Azubi vom Beginn der Ausbildung ist nicht mehr viel zu vernehmen.
Ihrem Azubi
- fehlt der innere Antrieb, sich seinen Aufgaben zu stellen
- Lustlosigkeit breitet sich aus
- schlechte Leistungen
- eine hohe Fehlerquote ist zu verzeichnen
- Konflikte häufen sich
- meldet sich häufig krank oder kommt zu spät
Demotivation heißt die Diagnose.
Die Gründe für das Fehlen der Motivation können sehr vielfältig sein.
Unter anderem:
- falsche Berufswahl
- Unter- oder Überforderung
- unzufrieden mit Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen
- zu wenige Erfolgserlebnisse
- Privatleben steht im Vordergrund (Freunde, Clique, neue Herausforderungen)
- musste sich noch nie wirklich Anstrengen, sieht keine Notwendigkeit im Lernen.
- fehlende Vorbilder
Die Auswirkungen
auf die Ausbildung sind aber sehr gravierend.
Es entstehen Wissenslücken in Theorie und Praxis, welche nur mit zusätzlichen Aufgaben/ Anstrengungen geschlossen werden können.
Nicht nur, dass die Pflicht zum Lernen (s. Ausbildungsvertrag) vernachlässigt wird, es steht auch der Ausbildungserfolg auf dem Spiel.
Folgen können sein:
- Ausbildungsabbruch
- Ermahnung/Abmahnung
- Ausbildungsziel wird nicht erreicht
Wie kann der Ausbilder helfend eingreifen?
Auch hier verschaffen Sie sich einen Gesamtüberblick über die Situation. Welche typischen Merkmale treten bei Ihrem Azubi auf?
Organisieren Sie ein klärendes Konfliktgespräch mit Ihrem Azubi (Gründe aufzeigen, Konsequenzen aufzeigen, Lösungen suchen und Vereinbarung treffen).
Mögliche Lösungen können z. B. sein:
Bei dem Gefühl es ist der falsche Beruf:
- neue interessante und vielseitige Aufgaben können ein neues Licht auf den Beruf werfen
- die Darstellung der Bedeutung von nicht so interessanten Arbeitsaufgaben oder -schritten kann noch einmal einen Versuch zum Durchstarten bringen
- Entwicklungswege oder -möglichkeiten, die sich mit dem Beruf aufzeigen, können neues Interesse wecken
- wenn der Entschluss für einen Neustart aber bereits feststeht und der Azubi sich nur nicht traut, dies zu äußern, schaffen sie gemeinsam einen guten Weg für diese Entscheidung
Bei der Überforderung des Azubis:
- versuchen Sie herauszufinden, in welchen Bereichen die Überforderung ist
- Lerntypen berücksichtigen - die Aufgabe anders erklären, visualisieren, ausprobieren, etc.
- Zwischentest zur Überprüfung des vorhandenen Fachwissens, um darauf aufzubauen
- zusätzliche Lernangebote, um Wissenslücken zu schließen
- bei sozialer Überforderung bieten Sie Hilfe an, gemeinsam professionelle Ansprechpartner suchen oder eventuell auch Begleitung anbieten
Bei einer Unterforderung des Azubis:
- den Anspruch der Aufgaben erhöhen
- komplexere Lernaufgaben
- mehr Abwechslung in den Ausbildungsalltag
- mehr Verantwortung übertragen (Azubi mit in Arbeitsvorbereitung, -planung einbeziehen)
- Zusammenhänge im technologischen Ablauf der Arbeit aufzeigen
- Lob für das Geleistete
Bei Unzufriedenheit mit den Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen:
- fragen Sie beim Azubi nach, was gefällt nicht
- bügeln Sie nicht alle Kritik oder Verbesserungsvorschläge ab - Prüfen auf Umsetzung
- nicht veränderbare Dinge/Regeln - nochmals die Bedeutung gemeinsam herausarbeiten
- regelmäßige Feedbackgespräche
Wenn das Private oberste Priorität hat:
- gemeinsame Ursachenforschung - sind es nur falsch gesetzte Prioritäten oder eher eine familiäre Sache, die der Azubi nicht allein lösen kann
- Prioritäten ordnen, Interesse für die Ausbildung neu wecken
- bei familiärer Überlastung Hilfe anbieten
Wie Sie die Motivation Ihres Azubis regelmäßig fördern können, damit es erst gar nicht zu einer Demotivation kommen kann.
Die 4 Motivations-Booster
(1) - Wer weiß, warum er etwas tut und warum das wichtig ist, was er tut, arbeitet viel motivierter.
- Sinn und Wichtigkeit der Aufgaben erklären
- Perspektiven/Entwicklungsmöglichkeiten
(2) - Integrieren Sie Ihren Azubi ins Team, fragen Sie ihn nach seiner Meinung und seinen Vorschlägen.
(3) - Wertschätzung ist nicht nur Lob und Anerkennung, es gilt vor allem, den Azubi ernst nehmen, zuhören und konstruktiv diskutieren über Probleme, Anliegen und Bedürfnisse.
(4) - Vereinbaren Sie attraktive und für den Azubi erreichbare Ziele (Zielvereinbarungen) und vervollständigen diese laufend.
Diese vier Booster-Faktoren immer wieder in die Feedbackgespräche mit aufnehmen.
Zusammenfassung:
Demotivation in der Ausbildung kann verschiedene Ursachen haben.
Erkunden Sie die Ursachen für die Demotivation und suchen gemeinsam nach Lösungen.
Gemeinsame Zielsetzungen entwickeln, die die Auszubildenden motivieren und einbeziehen. .
Quellen
DIHK-Bildungs-GmbH und ZWH - https://www.stark-fuer-ausbildung.de
Internetseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) - „Leando“ - Auszubildende motivieren und begeistern
