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können Sie leichter festlegen, in welcher Form das Berichtsheft zu führen ist.
können Sie mit dem Auszubildenden die Inhalte und die Bedeutung des Berichtsheftes erarbeiten.
Was ist ein Berichtsheft und warum muss es geführt werden?
Das Berichtsheft, auch Ausbildungsnachweisheft genannt, ist das „Tagebuch“ des Azubis. Jeder Auszubildende ist dazu verpflichtet, so einen Nachweis zu führen.
Dies ist festgehalten und nachzulesen im
- BBIG §§13, 14 und 43
- Verordnung über die Berufsausbildung in den jeweiligen Berufen (AO) und
- Berufsausbildungsvertrag §2 Abs. 6 (Vordruck der HWK Dresden)
Was gehört alles ins Berichtsheft?
- Deckblatt:
- wem gehört das Heft
- von wann bis wann geführt
- Ausbildungsbetrieb
- Ausbildungsberuf
- Ausbildungsordnung:
- AO
- betrieblicher Ausbildungsplan
- Tätigkeiten im Betrieb:
- alle Nachweise der gesamten Ausbildungszeit
- Lehrunterweisungen/ÜLU
- Team- und Projektarbeiten, Berichte zu Exkursionen
- ausgeführte Tätigkeiten
- eventuell Ausbildungsaufenthalte im Ausland
- Belehrungen
- Erläuterungen zu betrieblichen Fachbegriffen/Abkürzungen
- Unterricht in der Berufsschule:
- täglicher, fachbezogener Lernstoff
- versäumter Unterricht - Dokumentation wann und wie nachgeholt
- Notizen über Krankheit und Urlaub:
- Dokumentation wann Urlaub bzw. wann und wie lange krank gewesen
- Trennblätter zwischen den Ausbildungsjahren:
- sind optional, vereinfachen aber die Übersichtlichkeit des Heftes
- Unterschriften:
- Azubis bestätigen so die Richtigkeit ihrer Angaben
- ist der Azubi unter 18 Jahre bestätigen die gesetzlichen Vertreter die Angaben
- der Ausbilder bestätigt so die Kenntnisnahme und für die praktische Ausbildung auch die Richtigkeit
- Berufsschullehrer müssen das Berichtsheft nicht unterschreiben
Wichtig zu wissen: 
- das Berichtsheft ist dem Auszubildenden am ersten Ausbildungstag vom Ausbildungsbetrieb kostenfrei zur Verfügung zu stellen = es ist Ausbildungsmaterial
- durch die schriftliche Bearbeitung des Azubis geht es in dessen Eigentum über
- das Ausfüllen des Heftes erfolgt während der Arbeitszeit im Betrieb oder während der Berufsschulzeit = Ausbildungszeit/Arbeitszeit
- das Ausfüllen sollte täglich oder wöchentlich erfolgen (Zeiten sind abhängig vom Berufsbild)
- die Kontrolle durch den Ausbilder sollte in vereinbarten Zeitfenstern erfolgen (wöchentlich/monatlich)
- die Form des Berichtsheftes wird bereits im Ausbildungsvertrag festgelegt, kann aber mit einem Änderungsvertrag nochmals geändert werden
- das Nicht-Führen des Berichtsheftes kann zu einer Abmahnung führen
- nur wer ein vollständig ausgefülltes Berichtsheft vorweisen kann, wird zur Abschlussprüfung zugelassen - vollständig heißt = regelmäßig geführt mit allen Unterschriften
Formen/Varianten des Berichtsheftes:
Handschriftlich
- vorgedruckte Hefte, in denen Tabellen, Felder für Unterschriften vorgesehen sind
- sauberes Arbeiten zwingend notwendig
- Probleme mit der Lesbarkeit mancher Handschriften
- Platzmangel, da standardisierte Drucke mit Vorgaben
- Vorgabe der Eintragungshäufigkeit (Tage, Wochen, Monate) durch Vordruck
Digital
- am PC mit Hilfe von Word, Excel oder anderen Programmen verfassen
- es kann ausgedruckt und in Ordner abgeheftet werden
- unterschreiben lassen oder aber digitale Signatur nutzen
- alles bleibt lesbar, Platzmangel gibt es nicht
- Bilder oder andere Dokumente können mit abgespeichert werden
- falls der Prüfungsausschuss ein gedrucktes Exemplar benötigt, dann allerdings ausdrucken und abheften
Online
- Software wird von dem Ausbildenden für den Azubi kostenlos zur Verfügung gestellt
- Zugriff von allen notwendigen Beteiligten (Azubi, Ausbilder, Eltern, Berufsschule (optional))
- von jedem Ort aus möglich und zu jeder Tageszeit
- alle anderen Vorzüge des digitalen Begleitheftes bleiben bestehen
Wichtig für den Auszubildenden:
• gehen Sie als Ausbilder mit dem Azubi die wichtigsten Dinge durch
• füllen Sie gemeinsam die ersten Punkte/den ersten Tag aus
• vereinbaren Sie feste Zeiten für die Kontrolle Ihrerseits bzw. zum Ausfüllen seitens des Azubis
• geben Sie dem Azubi Tipps zu Ausfüllmöglichkeiten
Tipps können sein:
- Fließtext oder Stichpunkte
- Vergangenheitsform, schließlich wurden die Tätigkeiten bereits erledigt
- kurze, knappe Beschreibungen
- Zeitangaben für die einzelnen Tätigkeiten
- keine Betriebsinterna
- andere Azubis fragen
- Kontrolle des Lernfortschrittes anhand der Aufzeichnungen
Nutzen/Vorteile des Berichtsheftes
Das Führen des Berichtsheftes durch den Azubi sowie die Kontrolle des Heftes durch den Ausbilder ist per Gesetz zwar vorgeschrieben, bringt aber auch für beide Seiten Vorteile.
- Das Berichtsheft dokumentiert die gesamten Ausbildungsinhalte und dient als Nachweis für die Kenntnisse und Fähigkeiten, welche der Azubi während der Ausbildung erworben hat. Mittels Unterschrift vom Azubi und Ausbilder bestätigen diese die Richtigkeit der Angaben.
- Vorlage zur Zulassung für die Abschlussprüfung. Das Berichtsheft wird während der gesamten Ausbildungszeit zwar nicht benotet, steht die Abschlussprüfung aber zwischen zwei Noten kann das Berichtsheft die Entscheidung beeinflussen.
- Der Azubi lernt durch die regelmäßigen Eintragungen die Tätigkeiten zeitlich und inhaltlich zu dokumentieren. Die Ausbildungsinhalte werden nochmals reflektiert. Für alle anderen Beteiligten der Ausbildung ist der aufgezeigte Fortschritt der Ausbildung nachvollziehbar.
- Das Berichtsheft kann sinnvoll in den Arbeits- und Lernprozess integriert werden. Anhand der Aufzeichnungen ist ersichtlich, was alles schon erreicht wurde und was alles noch folgen muss. Wie bewertet sich der Azubi selbst, was ist leichtgefallen, wo gibt es Nachholbedarfe?
- Sollte es Unstimmigkeiten zwischen Ausbildenden und Auszubildenden geben, ist das Berichtsheft-Protokoll der vermittelten oder nicht vermittelten Inhalte, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Vor allem bei:
- Schadensersatzklagen bei vorzeitiger Beendigung der Ausbildung
- nicht bestandener Prüfung oder
- Verlängerung der Ausbildungszeit
- Wird das Berichtsheft digital geführt, benötigt der Azubi ein geeignetes Arbeitsgerät, z. B. Laptop, Smartphone, Tablet. Eine gute Möglichkeit bereits hier ein Benefiz durchzuführen, um den Azubi an das Unternehmen zu binden.
Haben Sie schon von der Berichtsheft-App gehört? Nein? Für einige Berufsbilder gibt es bereits eine App. Hier können Sie nachsehen, ob es für Ihren Beruf bereits eine App gibt.
Für welche Berufe es bereits eine solche App gibt, wo nachzufragen ist und was sich für Alternativen aufzeigen, finden Sie hier. (Siehe auch Lernbaustein „Medienkompetenz – 6.1. Digitales Berichtsheft“)
Zusammenfassung
Das Berichtsheft, auch Ausbildungsnachweisheft genannt, ist das Tagebuch des Azubis und dient als Nachweis für die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten während der Ausbildung.
Es muss regelmäßig und vollständig geführt werden, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden und dient als Dokumentation der Ausbildungsinhalte für alle Beteiligten.
Es gibt verschiedene Formen des Berichtsheftes, wie handschriftlich, digital oder online.
Es bringt Vorteile für beide Seiten, Azubi und Ausbilder, indem es den Lernfortschritt dokumentiert und den Ausbildungsprozess transparent macht.
Quellen
Berufsbildungsgesetz BBiG - BBiG - Berufsbildungsgesetz - Gesetze - JuraForum.de
AUBI-plus GmbH, Weidehorst 116 in 32609 Hüllhorst Das Berichtsheft – so führst du es richtig
Ausbildung.de ein Angebot der TERRITORY EMBRACE GmbH Kortumstr. 16 in 44787 Bochum - Berichtsheft Ausbildung: Vorlagen, Beispiele & TippsBerichtsheft Ausbildung: Vorlagen, Beispiele & Tipps
HWK Dresden - Rund um den Ausbildungsvertrag im Handwerk - Ausbildungsvertrag - Handwerkskammer Dresden
BIBB „Leitfaden für ausbildende Kräfte-Wissen und Tipps für die erfolgreiche Arbeit mit Auszubildenden“ 2. Auflage 2024 2024-Leitfaden-12.pdf
